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AUSSTELLUNG FOTOGRAFIE
Hände, Eier, Zitronen

Barbara Probst
Ria Patricia Röder
Josef Sudek
Claus Goedicke

2. Juli 2022 — 30. Juli 2022
Eröffnung | Freitag 1. Juli 2022 | 19 Uhr


Hände, Eier, Zitronen
Vier Kontemplationen über Dinge

Die Ausstellung fasst vier verschiedene fotografische Positionen zusammen. Jede findet einen ganz eigenen Weg zur Betrachtung von Dingen, von Gegenständen. Gewöhnlicherweise sprechen wir, wenn wir keine Personen oder lebende Tiere auf Bildern sehen, von Stillleben. Der Begriff des Stilllebens soll hier versuchsweise durch den Begriff Kontemplation ersetzt werden (was neben allen ernsthaften Absichten die schöne Gelegenheit bietet, sich der Pflicht zu entledigen, ein durch drei "l" entstelltes Wort benutzen zu müssen). Um zu den ernsthafteren Absichten zu kommen, soll hier gesagt sein, dass wir mit dieser Ausstellung das Hochseil zwischen dem "Reinen Sehen" und den Zuschreibungen, die wir den Elementen der sichtbaren und darstellbaren Welt verleihen, beschreiten. Schauen wir uns Hände, Eier und Zitronen an, sehen wir das Faktische. Wir und unsere Augen sind kein unbeschriebenes Blatt. Hände, Eier und Zitronen sind da. Wir können unsere Kenntnis der Dinge nicht ausradieren. Und die Fotografie ist wie kein anderes Medium zur Beglaubigung des Gesehenen vorgesehen. Doch möglicherweise sind die Folien auf denen wir unsere Wahrnehmungen ablegen eine Art Palimpsest. Zwischen den Schichten schimmern die Sedimente des Vergangenen, des nicht mehr und des noch nicht Gewussten, neue Ebenen lagern sich ab. Vorgestern, gestern, heute, jetzt gleich, morgen und übermorgen durchdringen sich und lassen einen Kosmos entstehen, der uns nur in Teilen im Anstaunen und Anstarren begreiflich ist. Wirklichkeiten, Sehgewohnheiten, Apparate wandeln sich und der Wechsel der Standpunkte befragt die zeitgleich existierenden Ausformungen der Wahrnehmung.

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VORSCHAU / UPCOMING




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Buchvorstellung mit Konzert

Mittwoch | Philosophische Reihe
Mittwoch 6. Juli | 19 Uhr

Ludwig Wittgenstein | Betrachtungen zur Musik Aus dem Nachlass zusammengestellt von Walter Zimmermann auf der Basis der Transkriptionen des Wittgenstein-Archivs an der Universität Bergen.
Der Typograph Sebastian Jehl hat es nach den Originalhandschriften gesetzt.

Katharina Raabe, Lektorin des Suhrkamp Verlags, im Gespräch mit Walter Zimmermann, Lesung einiger Passagen. Die Geigerin Biliana Voutchkova spielt fünf kurze Stücke, die ein Musikfragment Wittgensteins fortsetzen, komponiert von Albert Breier, Nils Günther, Yonghee Kim, Alejandro Moreno, Marc Sabat.

Bemerkungen zur Musik ziehen sich durch Wittgensteins gesamtes Werk. Das Hören einer Melodie und die Unmöglichkeit, ihren Eindruck zu beschreiben, beschäftigte den Philosophen im Zuge seiner endlosen Versuche, sich über den Charakter des Verstehens und des Meinens klar zu werden. Ob der Wechsel einer Tonart mit der Veränderung des Gesichtsausdrucks vergleichbar ist oder ob Musik überhaupt etwas mitteilt – durch die Hintertür der philosophischen Untersuchung kommt Wittgenstein ihrem Sprachcharakter auf die Spur.

Der Komponist Walter Zimmermann hat die Notizen thematisch geordnet und aus Stichwörtern wie »Gesang«, »Grammophon«, »Harmonik« bis »Stille«, »Thema« und »Töne« ein musikalisches Wittgenstein-ABC geschaffen. Das inspirierende, höchst originelle Buch ist unentbehrlich für alle, die noch immer rätseln, warum es so schwer ist, sich redend über musikalische Eindrücke zu verständigen, während beim Spielen alles ganz klar und einfach ist.

http://www.bilianavoutchkova.net







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oqbo | raum für bild wort und ton existiert seit 2008 und wird seitdem in nahezu unveränderter Besetzung von sechs Künstler*innen in der Berliner Brunnenstraße betrieben. In der ersten Ausstellung wurden Mappen mit originalen Papierarbeiten in Planschränken gezeigt. Besucher*innen konnten die Arbeiten direkt und ungerahmt anschauen. Diese Form der Ausstellung sollte sich zu einem kontinuierlichen Begleiter der Arbeit von oqbo entwickeln und erhielt den Titel paperfile. Es wurde Keimzelle und Heimathafen, von hier aus und hier hinein entwickeln sich seither Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Kooperationen. 13 Jahre später enthalten die mittlerweile drei Papierschränke Mappen mit Arbeiten von über 200 internationalen Künstler*innen.
Mit dem Buch Container Love lotet oqbo die kommunikativen Möglichkeiten des paperfile aus und fragt nach Formen des Sammelns, Bewahrens und Vermittelns von Kunst. Die Autor*innen waren eingeladen, das Themenfeld aus ihren spezifischen Perspektiven zu beschreiben.


Das Buch Container Love können Sie unter info@oqbo.de zum Preis von 16 € bestellen.
oqbo | raum für bild wort und ton, Berlin
Container Love - vom Sammeln, Bewahren und Vermitteln, erschienen im Textem Verlag Hamburg, Seitenzahl 84.
Format: 139 x 219 mm, Ausstattung Klappbroschüre, Preis 16 Euro
ISBN 978-3-86485-266-4, Auflage 600 Exemplare


AUTOR*INNEN
Detlef Diederichsen, Leiter des Bereichs Musik und Performing Arts am Haus der Kulturen der Welt in Berlin; Jenny Graser, Sammlungsleiterin und Kuratorin zuständig für die zeitgenössische Kunst am Kupferstichkabinett der Staatliche Museen zu Berlin; Seraphina Lenz, Künstlerin und Mitbetreiberin von oqbo | raum für bild wort und ton; Marcelo Rezende, Direktor des Archivs der Avantgarden in Dresden; Andreas Schalhorn, Kurator zuständig für die moderne Kunst am Kupferstichkabinett der Staatliche Museen zu Berlin; Eva Sturm, freiberufliche Kunstvermittlerin in Theorie und Praxis; Elisa Primavera-Lévy, Redakteurin der Literaturzeitschrift Sinn und Form; Manfred Wichmann, Sammlungsleiter bei der Stiftung Berliner Mauer.





Dr. Manfred Wichmann | Gedenkstätte Berliner Mauer
from Christian Bilger on Vimeo



Im Juni 2021 hatte oqbo die Gelegenheit den Sammlungskurator der Stiftung Berliner Mauer Dr. Manfred Wichmann in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu besuchen. Dr. Wichmann gab uns dort Einblicke in die umfangreiche Sammlung und stellte an Hand von auserwählten Exponaten ihre besondere Stellung innerhalb der Berliner Geschichte dar. Er rief uns in Erinnerung was für persönliche Schicksale sich hinter jedem Sammlungsstück verbergen.





Jenny Graser | Kupferstichkabeinett Berlin
from Christian Bilger on Vimeo



Dr. Jenny Graser führt durch das Kupferstichkabinett in Berlin. Sie erklärt wie das Ausleihen aus den Beständen der Sammlung funktioniert, welche Aufgaben die Betreuung der Sammlung erfordert, wie Sammlungskäufe getätigt werden, was ihre Aufgabe als Kuratorin für zeitgenössische Kunst am Haus ist und führt uns ins Allerheiligste der Sammlung wo hunderttausende Arbeiten auf Papier aufbewahrt werden.





Eva Sturm | paperfile / oqbo
from Christian Bilger on Vimeo



Eva Sturm besucht den paperfile bei oqbo. Sie erzählt wie sie sich persönlich und behutsam den Mappen von über 200 Künstler*innen, die in 3 Papierschränken aufbewahrt werden, nähert. Seit 2008 wächst diese Sammlung von Papierarbeiten kontinuierlich. paperfile wird ausgestellt und geht auf Reisen. Zeichnung und Malerei sind ebenso vertreten wie Fotografie und Collage.







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PDF | edition #8





oqbo wird gefördert durch die zweijährige Basisförderung Bildende Kunst 2022/2023

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