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AUSSTELLUNG

6 aus 219


Marcel van Eeden
Frauke Schlitz
Alexander Georghiu
Alex Koch
Ossi Fink
Una H. Moehrke

21. Januar 2023 — 4. März 2023
Eröffnung | Freitag 20. Januar 2023 | 19 Uhr

Bei 6 aus 219 geht es um die Begegnung künstlerischer Positionen jenseits gängiger Auswahlkriterien. Im April 2008 eröffnete oqbo in den Räumen in der Brunnenstraße paperfile und legte den Grundstein für eine Sammlung von Mappen mit Original- Papierarbeiten. Sie wurden in Papierschränken bereitgelegt, die seitdem dem Publikum zur sorgsamen Selbstbedienung zur Verfügung stehen, mittlerweile sind es 219 Mappen. Von klassischer Malerei über Zeichnung und Fotografie bis zu konzeptionellen Positionen ist alles vertreten. Nicht immer stehen die Papierarbeiten im Zentrum der künstlerischen Produktion - hinter jeder Mappe steht ein umfassendes Werk.

6 aus 219 ist die dreizehnte Ausgabe der Idee, den künstlerischen Positionen zu den Arbeiten im Schrank mehr Raum zu geben. oqbo kuratiert, indem jedes Mitglied einen Künstler einlädt und mit ihm Arbeiten auswählt. Wieder begegnen sich 6 Positionen, ohne füreinander ausgesucht zu sein. Die Hängung ist dann wie jeder Ausstellungsaufbau schon ein Kommentar. Die Überlegungen zu wohin und mit wem bringen Verwandtschaften und polare Positionen ins Bewusstsein und ans Licht. 6 aus 219 ist insofern auch ein Experiment, eine Untersuchung über die Rezeption von Kunst, über Wahrnehmungsgewohnheiten, Verabredungen, Prägungen. Die Künstler vertrauen ihre Arbeiten dieser Ausstellung an, wir trauen den Arbeiten diese Begegnungen zu.

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LESUNG

|Mittwoch| Philosophische Reihe matthes und seitz
Hannes Böhringer | Lücken im Verhau
Mittwoch, 15. Februar 2023 | 20 Uhr

Hannes Böhringer liest aus seinem neuen Buch "Lücken im Verhau" (Matthes & Seitz 2023).

Sokrates bleibt stehen, geht zurück, geht weiter. Wandern, sich wundern. Nicht ungewöhnlich. So machen wir es auch, nur nicht so "ernsthaft-scherzhaft" wie er.
Sokrates gehen die Fragen nicht aus. Philosophieren heißt aufheben, was übrig geblieben ist, unverstanden, vernachlässigt, was unbemerkt fehlt. Immer bleibt etwas übrig. Sokrates geht barfuß. Er spürt den Boden unter sich, die Wirklichkeit. Die späteren Philosophen haben dicke Sohlen. Sokrates ist auf dem Boden geblieben, im Alltag. Da sind die gewöhnlichen Dinge, Türen, Schuhe, Jacken, Geld. Wie gehen wir mit ihnen um? Die spätere Philosophie will hoch hinaus. Das Christentum lenkt den Blick wieder nach unten auf den Boden, die Erde. Gehört es zu dem, was an den Rand geraten ist?
Im Boden sind noch rätselhaftere Dinge, Knochenstücke von den uralten Menschen. Fast alles fehlt und muß ergänzt werden. Sind es überhaupt Überreste von Menschen? Was macht uns zu Menschen? Haben die Neandertaler schon Kunst gemacht? Übrigens, was ist überhaupt Kunst? Aus dem Beiläufigen wird in der Philosophie das Hauptsächliche. Am Boden steht man nicht über den Dingen. Da freut man sich über ein paar Durchblicke, Lücken im Verhau. (Hannes Böhringer, geb. 1948, war Professor für Philosophie und hat an verschiedenen Kunsthochschulen gelehrt.)


Hannes Böhringer | Lücken im Verhau









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PDF | edition #10





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