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AUSSTELLUNG
Michael Bause | CITY OF PAPER
Urbane Schichtungen | Malerei und Collage
(1988 — 1992)
Eröffnung \ Fr. 5. Juni 2026 \ 18 Uhr
6. Juni 2026 — 11. Juli 2026
City of Paper – Urbane Schichtungen
Malerei und Collage (1988–1992) von Michael Bause
In der Ausstellung City of Paper – Urbane Schichtungen von Michael Bause (geb. 1954) werden Leinwände und Collagen aus den Jahren 1988 bis 1992 gezeigt, in denen Bause vor nahezu 40 Jahren eine eindrucksvolle Verdichtung jener tektonischen, politischen und medialen Umbrüche sichtbar machte, die das Ende des 20. Jahrhunderts prägten. Wenn wir heute auf diese Werkgruppe blicken, begegnen wir nicht nur Collagen im klassischen Sinne, sondern einem analytischen Bildraum, in dem Stadt und Erinnerung, Konstruktion und kulturelle Imagination in vielschichtiger Überlagerung zusammentreffen. Der Entstehungszeitraum von 1988 bis 1992 ist dabei keinesfalls zufällig. Er markiert eine historische Schwellenzeit: der Zerfall der Sowjetunion, der Fall der Berliner Mauer und mit der Öffnung Europas das vorläufige Ende des Kalten Krieges. Hinzu kam die Beschleunigung globaler Bildzirkulationen und zugleich die Krise der großen Erzählungen der Moderne. Die funktionalistische Gewissheit der Nachkriegszeit hatte ihre Überzeugungskraft weitgehend verloren, während sich postmoderne Strategien bereits zu erschöpfen begannen. Genau in diesem Zwischenraum entstanden die Bilder und Collagen von Michael Bause.
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Bause sammelt Spuren architektonischer Systeme - Industriearchitektur, konstruktivistische Formsprachen, Elemente klassischer Monumentalität - und setzt sie in einen Zustand produktiver Spannung. Gerade die Schnittkante der Collage wird entscheidend. Sie ist nicht nur als technische Verbindung zu lesen, sondern als epistemische Zäsur: An ihr treffen historische Schichten aufeinander. Sie offenbaren, dass Architektur niemals nur gebauter Raum ist, sondern stets auch ein kulturelles Gedächtnis besitzt. Besonders interessant ist, wie präzise Bause bereits Ende der 1980er Jahre jene Bedingungen vorwegnimmt, die wir inzwischen als zentrale Parameter zeitgenössischer Architekturproduktion kennen: Hybridisierung, mediale Fragmentierung, Entgrenzung des Stadtraums und die Gleichzeitigkeit heterogener Referenzsysteme.
Bemerkenswert bleibt die starke materielle Präsenz seiner Collagen. Papierstruktur, Überklebung, Schnittführung und Bildträger bleiben stets sichtbar. Die unvermittelt physische Sichtbarkeit der Montage verweigert die glatte Illusion ewig perfekter Bildräume. Entstanden im rein analogen Verfahren, kontrastieren sie – gerade heute – mit der glatten Kohärenz digitaler Visualisierungen. Jeder Schnitt bedeutet eine Entscheidung. Jede Überlagerung Widerstand. Während algorithmisch erzeugte Räume auf immersive Geschlossenheit zielen, operieren Bauses Collagen mit Offenheit, Diskontinuität und Widerstand. Sie zeigen Architektur nicht als fertiges Objekt, sondern als instabiles Gefüge von Bedeutungen.
Dazu schrieb der Kunsthistoriker Dr. Peter Funken 1988 anlässlich der Ausstellung Stadträume in Berlin: " ... Bauses Stadträume sind menschenleer, es sind Provinzen, in denen das Menschliche keinen Platz hat. Da Personen, Natur und andere Lebensspuren nicht existieren, fehlt den Bildern jeglicher Proportionsmaßstab. Allein von daher geht von diesen Stadträumen eine – um es salopp zu formulieren – "Piranesi-artige" Gewalttätigkeit aus. In ihrer Aussage wirken sie keineswegs deprimierend oder bedrohlich, und doch benennt Bause in diesen Architekturkonglomeraten die fatale Brutalität gegenwärtiger Kolossalbildungen. Wie Stilleben, die auf ihre Vergänglichkeit verweisen, sind diese Monumentalordnungen konstruiert ..."
In kunsthistorischer Sicht lassen sich weitere Bezugslinien erkennen: zur dadaistischen und konstruktivistischen Collage, zu den Bildexperimenten der russischen Avantgarde sowie zu den radikalen Zeichnungsstrategien von Superstudio um den italienischen Architekten Adolfo Natalini oder denen von Lebbeus Woods. Besonders aufschlussreich ist die Nähe von Bauses Collagen zu den Paper Architectures der späten Sowjetmoderne. Auch dort wird Architektur weniger als Baupraxis denn als Denkform begriffen. Und vielleicht liegt gerade hierin Bauses eigentliche Qualität: Sein City of Paper spricht nicht nur über Architektur. Es spricht über Zeit.
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oqbos paperfile geht auf Reisen.
Wir freuen uns über die Einladung zur Ausstellung Merry Company, die von Mai bis September 2026 in der Kunsthalle Barmen in Wuppertal stattfinden wird.
MERRY COMPANY
Eröffnung \ Samstag 23. Mai 2026 \ 19 Uhr
24. Mai 2026 — 13. September 2026
Künstler*innen:
Matthias Aberle, Andy Benger, blue sugar boundaries, Bodo Berheide, Meltem Er, Valerie Feldhaus, Kati Heck, Josef Kirschner und Anja Stahl, Konsortium,
Wir sollten eine Gruppe gründen (mit Studierenden der Bergischen Universität Wuppertal, der Hochschule Düsseldorf und der Universität Duisburg Essen),
Babu Noella mit Ubuntu, mackerinnenanstalt, oqbo | raum für bild wort ton, Cornelia Schleime, 6PACK
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oqbos paperfile geht auf Reisen.
Wir freuen uns über die Einladung zur Ausstellung Merry Company, die von Mai bis September 2026 in der Kunsthalle Barmen in Wuppertal stattfinden wird.
MERRY COMPANY
Eröffnung Samstag 23. Mai 2026 | 19 Uhr
24. Mai 2026 — 13. September 2026
Künstler*innen:
Matthias Aberle, Andy Benger, blue sugar boundaries, Bodo Berheide, Meltem Er, Valerie Feldhaus, Kati Heck, Josef Kirschner und Anja Stahl, Konsortium,
Wir sollten eine Gruppe gründen (mit Studierenden der Bergischen Universität Wuppertal, der Hochschule Düsseldorf und der Universität Duisburg Essen),
Babu Noella mit Ubuntu, mackerinnenanstalt, oqbo | raum für bild wort ton, Cornelia Schleime, 6PACK
Gruppen, Rudel, Horden, Banden, Allianzen, Familien, Communities, Bubbles:
Menschen sind soziale Wesen und bestimmen selbst die Formen ihrer Gemeinschaft, sei es als Resonanzraum, Schutzraum oder Ort des Austauschs und der Verhandlung. Gemeinschaften entstehen nicht von selbst, sie entwickeln sich im Laufe der Zeit, sie können gelingen oder auch scheitern.
Zum Tag des Grundgesetzes nimmt die Ausstellung das Genre Motiv merry company zum Anlass Formen der Gemeinschaft zu erforschen: Unter welchen Bedingungen entstehen fröhliche Gemeinschaften? Was kann sie verhindern? Wie gelingt basierend auf Werten wie Freiheit und Solidarität gemeinsame Autor*innenschaft, geteilte Verantwortung und kollektive Wissensproduktion? Die Ausstellung eröffnet am 23. Mai 2026 um 19 Uhr in der Kunsthalle Barmen und auf dem Geschwister-Scholl-Platz. Sie zeigt neben kollektiven Kunstprojekten konkrete Beispiele aus historischen, urbanen, institutionellen und alltagskulturellen Kontexten sowie partizipative Arbeiten und Reflexionen über soziale Bedingungen
Merry Company lädt ein, Gemeinschaft nicht nur zu betrachten, sondern aktiv zu erleben. In der Ausstellung sowie im Rahmenprogramm werden Besucher*innen Teil des Kollektivs und hinterfragen auf diese Weise Zugehörigkeit und Ausschluss.
KUNSTHALLE BARMEN
Geschwister-Scholl-Platz 4-6
42269 Wuppertal
https://kunsthallebarmen.de
kontakt@kunsthallebarmen.de
Offnungszeiten: Do - So: 14 –18 Uhr
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PDF | MERRY COMPANY
VORSCHAU / UPCOMING
So dreams are a defense against darkness
Klasse Anna Ehrenstein der HGB Leipzig
ERÖFFNUNG \ Fr. 24. Juli 2026 \ 18 Uhr
Performance \ 19.30 Uhr
von Max Grund
danach Konzert \ von lil cheap
25. Juli 2026 — 31. Juli 2026
FINISSAGE \ Sa. 1. August 2026 \ 15 - 18 Uhr
Lisa Mayr \ Liva Voigt \ Luki Haak \ Okezi Iteire \ Max Grund \ Leif Klinger
\ Mimo Rapp
\ Nadine Aber
\ Toto Wolsky
\ Sarah Letalik
\ Raga Rahman
\ Susanna Cutini
\ Aurore Plassais
\ Genesis Kahveci
\ Dimitrios Mavroudis
\ Florence Kallenborn
\ Carla Maruscha Fellenz
\ Jonna Sophie Baumann
Einer neuen Theorie der Neurowissenschaftler David Eagleman und Don Vaughn zufolge spielen Träume eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Gehirnfunktion während des Schlafs. Dieser biologische Abwehrmechanismus soll daher auch für die Erhaltung der menschlichen Sehkraft eine entscheidende Rolle spielen.
Träume bieten somit Raum für Neukontextualisierung, Verschmelzung und Umwertung. Die spekulativen Elemente der gezeigten Arbeiten hinterfragen stabile Zuschreibungen, indem sie fragmentieren: Das Spiel mit Mehrdeutigkeit und situativer Interpretierbarkeit eröffnet Ebenen für dekoloniales Worldbuilding, in der normative und exotisierende Blickregime untergraben werden.
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Einer neuen Theorie der Neurowissenschaftler David Eagleman und Don Vaughn zufolge spielen Träume eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Gehirnfunktion während des Schlafs. Dieser biologische Abwehrmechanismus soll daher auch für die Erhaltung der menschlichen Sehkraft eine entscheidende Rolle spielen.
Träume bieten somit Raum für Neukontextualisierung, Verschmelzung und Umwertung. Die spekulativen Elemente der gezeigten Arbeiten hinterfragen stabile Zuschreibungen, indem sie fragmentieren: Das Spiel mit Mehrdeutigkeit und situativer Interpretierbarkeit eröffnet Ebenen für dekoloniales Worldbuilding, in der normative und exotisierende Blickregime untergraben werden.
Durch provokante Bildschemata werden materialistische Bedingungen der Identitätsproduktion verhandelt. Die Gegenüberstellung staatlicher Politiken der Kontrolle und fluider Identität eröffnet einen komplexen diskursiven Raum, in dem Spannungen erkundet werden.
Die geplante Gruppenausstellung versammelt künstlerische Positionen aus der Klasse Anna Ehrenstein der HGB Leipzig, die aus queeren, dekolonialen und machtkritischen Perspektiven arbeiten und sich explizit mit der Produktion, Verweigerung und Verschiebung von Sichtbarkeit auseinandersetzen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Anerkennung innerhalb hegemonialer kultureller Systeme nicht neutral, sondern an normative Erwartungen von Lesbarkeit, Identität und Repräsentation gebunden ist. Die Ausstellung verknüpft die verschiedenen Positionen der Klasse von Fotografie, Performance über Videoinstallation und Skulpturen
According to a recent theory put forward by neuroscientists David Eagleman and Don Vaughn, dreams play a crucial role in maintaining brain function during sleep. This biological defence mechanism is therefore thought to play a crucial role in preserving human eyesight as well.
Dreams thus provide a space for recontextualisation, fusion and revaluation. The speculative elements of the works on display challenge fixed attributions by fragmenting them: the play on ambiguity and situational interpretability opens up levels for decolonial world-building, in which normative and exoticising regimes of gaze are undermined.
Through provocative visual imagery, the materialist conditions of identity production are explored. The juxtaposition of state policies of control and fluid identity opens up a complex discursive space in which tensions are explored.
The planned group exhibition brings together artistic works from Anna Ehrenstein's class at the HGB Leipzig, which draw on queer, decolonial and power-critical perspectives and explicitly engage with the production, denial and displacement of visibility. The starting point is the assumption that recognition within hegemonic cultural systems is not neutral, but is bound to normative expectations of legibility, identity and representation. The exhibition brings together the class's diverse works, ranging from photography and performance to video installation and sculpture
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PDF | edition #13