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Seraphina Lenz
seeing through black

24. Oktober 2026 — 21. November 2026
Eröffnung Freitag 23. Oktober 2026 | 18 Uhr

Im Jahr 1926 erfand Coco Chanel die Petite Robe Noire. Die Vogue sagte dem Kleid eine Zukunft als Uniform für alle Frauen mit Geschmack voraus.
Hundert Jahre später nimmt Seraphina Lenz dieses Jubiläum zum Anlass für eine neue Rauminstallation bei oqbo.

Im Raum sind drei Konstellationen angeordnet. Dreiundzwanzig schwarze Kleider hängen kopfüber am Saum von der Decke. Durch die Schwerkraft erscheinen sie als eigenständige Formen, amorphe Volumina, die aus der Distanz wie scharf gezeichnete Silhouetten aussehen. Gegenüber hängt ein Tableau mit Seiten aus einem Lexikon des späten 19. Jahrhunderts. Alle Seiten, auf denen ein Werkzeug abgebildet ist, wurden dafür herausgelöst und geschwärzt. Durch die Übermalung werden die Abbildungen ihrem Wissenszusammenhang entzogen und gleichzeitig gerahmt Die Abbildungen wirken wie Fenster in eine andere, vielleicht zukünftige, vielleicht vergangene und vielleicht erfundene Zeit.
An der Stirnwand ist ein vertikales Feld mit zwanzig Seiten aus einem Coffee Table Book der 1970er Jahre platziert. Astern, Tulpen und Anemonen sind in großformatigen Nahaufnahmen als Block gehängt und auf einen Blick zu sehen, statt wie beim gemütlichen Blättern nacheinander betrachtet zu werden.

Die Installation führt Bilder, Formen und Wissensreste zusammen, die aus verschiedenen Zeiten und Zusammenhängen stammen. In ihrer Kollision werden die Grenzen zwischen Beobachtung, Erinnerung und Erfindung durchlässig.


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Gespräch
Buchpräsentation von Ernesto de Martinos Wut – Symbol – Wert 
mit Antonio Roselli und Andreas Rötzer
Freitag 6. November 2026 | 19 Uhr

Ernesto de Martinos Wut – Symbol – Wert aus dem Jahr 1962 ist eine Bestandsaufnahme der unweigerlichen Gefahren und der uneingelösten Versprechen der Ethnologie. Er richtet darin seinen Blick auf die Vergangenheit und die Zukunft des Fachs – und zugleich auf die eigenen Arbeiten. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Entstehung der Kultur, der Aktualität von Mythen und der Wirkung von Ritualen, die er mit Überlegungen zum Telos des Abendlandes und zur Begegnung mit dem Fremden verbindet. Auf dem Prüfstand steht dabei – damals wie heute – nichts Geringeres als unser Begriff der Moderne und unser Verständnis von Fortschritt und Zivilisation. Ergänzt werden diese programmatischen Texte durch Einblicke in de Martinos Feldforschung in Süditalien sowie durch Vignetten über die Wiederkehr des verdrängten Irrationalen im vermeintlich aufgeklärten Nachkriegseuropa und in der Sowjetunion.

»Eine ›philosophische Ethnopoetik‹ von hoher sprachlicher und literarischer Intensität«: Was Peter Braun im Philosophie Magazin über Die magische Welt schrieb, gilt in gleicher Weise für Ernesto de Martinos letztes Werk.

Ernesto de Martino, (1908–1965) war ein italienischer Anthropologe, Philosoph und Religionshistoriker. Er studierte bei Benedetto Croce und Adolfo Omodeo und führte mit Diego Carpitella Feldforschungen über die Bestattungsrituale in Lukanien und den Tarantismus durch.


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Buchpremiere: Veronika Reichl liest aus 90 Apparate
Moderation: Millay Hyatt
Donnerstag 12. November 2026 | 19:30 Uhr


Vera ist mehrmals im Monat ein Schwarm flügelschlagender Kolibris, bebend vor Energie. Zwischen Anetas Wollen und dem, was sie tut, gibt es einen Knick. Und Ulf verstopft seine Körperöffnungen, damit alles in ihm weiß, dass es bei ihm bleiben soll. In Veronika Reichls mit Zeichnungen versehenen Miniaturen offenbaren sich die Empfindungen und Ticks der stets prekär im Gleichgewicht gehaltenen Körper-Geist-Apparate, die wir Menschen sind: Maschinen voller ineinandergreifender, auf Reize reagierender Mechanismen, die unser Denken und Fühlen bestimmen und fragen lassen, was es eigentlich heißt, einen Körper zu haben, Entscheidungen zu treffen, mit anderen in Kontakt zu treten. Sie geben mechanisch-pneumatisch-magnetische Antworten auf die Fragen: Ist es möglich, von Woche zu Woche identisch mit der eigenen Person zu sein? Ist man all seine Organe? Gibt es einen Kern, oder agiert da ein System? 

90 Apparate ist eine poetisch-philosophische Erkundung der seltsamen Logiken, nach denen wir leben. Und schaut auf Identität jenseits der gewohnten Diskurse.

Veronika Reichl, 1973 geboren in Baltimore, USA, lebt als Autorin, Illustratorin und Dozentin in Berlin. Sie studierte Kommunikationsdesign und Media Art in Stuttgart und Portsmouth und promovierte zur Visualisierbarkeit von philosophischen Texten. 2003 gewann sie beim Open Mike. Zuletzt erschien 2023 bei Matthes & Seitz Berlin: Das Gefühl zu denken – Erzählungen.












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AUSSTELLUNG \ extern

oqbo < | > 8. Salon
10. Okt — 7. Nov 2026

Im Austausch mit dem 8. Salon aus Hamburg präsentiert oqbo seine Programmarbeit und aktuelle Arbeiten des Kollektives. oqbo freut sich bereits sehr auf eine exzellente Ausstellung des 8. Salons im Februar 2027 in unseren Räumen.

8salon.net








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